Nordmannmarsch 2018

Am 29.12.2018 ist es wieder soweit…
Ich trete meinen „Gewaltmarsch“ 2018 an.
Bereits in der Vergangenheit habe ich die 100 Km bestritten. Eine Erfahrung die seines gleichen sucht. „Nie mehr“ sagte ich mir… und jedes mal versuchte ich es aufs Neue. Dabei ist meine Herausforderung, die Distanz ohne Training oder größere Vorbereitung anzutreten. Es gibt keine Urkunde, keine Medaille und unterwegs keine bereitgestellte Verpflegung. Und… wenig Motivation in Form von Zuschauern, welche einem am Ende mit Zurufen etc bis zum Ziel motivieren.

Los gehts am 29.12.2018 um 00:00 Uhr. Zeit habe ich maximal 24 Stunden für die Distanz.
Ich versuche, via GPS-Tracker einen Link zu generieren, wo ihr mich auf der Tour verfolgen könnt.

Die Strecke:
Geplant ist die Strecke zum Moritzberg, Happurger Stausee und zurück nach Oberasbach.
https://www.komoot.de/tour/52718689

Wieso Nordmannmarsch?
Aufgrund des Datums kann es sein, das ich Schnee, Regen, Kälte oder richtiges Schmuddelwetter habe. Richtig Nordisch… Für die Wikinger gemacht 🙂

Wieso Deutsche Meile?
Als Anlehnung an die 1870 im Deutsch-Französischen Krieg gelaufenen 11 deutsche Meilen in 36 Stunden. Weiter unten sind einige historische Märsche aufgezeigt. Eine deutsche Meile entspricht 7532,5 Meter, welche bis ins spätere 19. Jahrhundert galt.

Was ist ein Eil- oder Gewaltmarsch?
Unter einem Eilmarsch wird im militärhistorischen Sinn ein Marsch unter Einsatz von Muskelkraft verstanden – entweder ein Fußmarsch der Infanterie oder ein Gewaltritt der Kavallerie. Die Schwächung der Truppen bei einem Eilmarsch resultierte dabei aus:

  • verringerter physischer Kraft von Soldaten und Pferden durch Erschöpfung,
  • verringertem Leistungsvermögen durch Schlafmangel bei anhaltenden Tag- und Nachtmärschen,
  • Verringerung der Truppenstärke durch zurückbleibende Kranke und Nachzügler,
  • frühzeitige Abnützung des Materials, wie Schuhwerk und Hufeisen.

Durch unzweckmäßig geleitete und übertriebene Eilmärsche konnten Heeresteile vollständig kampfunfähig werden.

Historische Märsche:

  • 1914 im Ersten Weltkrieg: Das VII. Reserve-Korps unter General Johann von Zwehl marschierte 64 km in 24 Stunden, wobei ein Viertel der Infanterie vor Erschöpfung ausfiel, und erreichte damit den strategisch wichtigen Höhenzug Chemin des Dames zwei Stunden vor dem britischen I. Corps unter Haig. Teile des Höhenzuges wurden bis Frühjahr 1918 vom deutschen Heer gehalten.
  • 1870 im Deutsch-Französischen Krieg: Heranführung des IX. Armeekorps unter General von Manstein zur Teilnahme an der Schlacht von Orléans. Dabei wurden auf sehr schlechten Wegen 11 deutsche Meilen in 36 Stunden zurückgelegt. 11 deutsche Meilen sind fast 83 km, somit entspricht dies einer durchschnittlichen Marschgeschwindigkeit von 2,3 km/h.
  • 1862 im Amerikanischen Bürgerkrieg: Marsch des II. Korps der Südstaaten unter Generalmajor Stonewall Jackson zur Zweiten Schlacht am Bull Run. Dabei wurden 54 Meilen (87 km) in zwei Tagen zurückgelegt. Die Truppen unter Führung von Jackson waren ob ihrer Marschgeschwindigkeit auch unter dem Oxymoron Foot cavalry bekannt, also als Kavallerie zu Fuß.
  • 1805 in den Napoleonischen Kriegen: Das III. Korps der Grande Armée unter Führung von Marschall Davout marschierte in 50 Stunden von Wien zur Schlacht bei Austerlitz, eine Entfernung von 120 km.
  • 490 v. Chr. nach der Schlacht von Marathon marschierten die Hopliten unter der Führung des Strategen Miltiades noch in der Nacht zurück nach Athen um einen möglichen Angriff der Perser über die See zu verhindern.
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